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Erst beobachten, dann behandeln

IoT-Plattform überwacht BHKW-Betriebszustände

Auf der mondas IoT-Plattform erkennen BHKW-Betreiber kritische Betriebszustände auf einen Blick. (Copyright: mondas)

Die Enerquinn Energiesystemtechnik plant, baut und betreibt seit mehr als zehn Jahren Blockheizkraftwerke (BHKW). Allein sieben Servicefachkräfte kümmern sich um die Wartung von über 1.000 Anlagen, was planerisch und logistisch eine anspruchsvolle Aufgabe ist. Um Betriebskosten zu minimieren und den Einsatz der Servicefachkräfte zu optimieren, nutzt das Unternehmen aus dem schwäbischen Weingarten moderne IoT-Technologien. Es überwacht seine dezentralen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) über eine Web-Schnittstelle mit der mondas-Systemplattform.

Dabei handelt es sich um ein leistungsfähiges Webtool, mit dem sich die Betriebsdaten vieler gleichartiger Energie- und Produktionsanlagen erfassen und analysieren lassen. Neben der Fernüberwachung von Anlagen kann auf diese Weise auch ein zeit- und kostensparendes Inbetriebnahmemanagement von Gebäuden betrieben werden. Entwickelt hat die Software das Freiburger Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Im vergangenen Jahr wurde mit der mondas GmbH ein Unternehmen ausgegründet, das die Software vermarkten soll.

Das Start-up hat die Software auf die Bedürfnisse von Enerquinn angepasst. Mit der Analyse-Software kann der BHKW-Betreiber bereits in der Servicezentrale erkennen, ob die Anlagen vor Ort effizient laufen oder sich in einem kritischen Betriebszustand befinden. Die Software erfasst Kennwerte und Messdaten, die das BHKW per Webanbindung an die Systemplattform sendet und analysiert die Zeitreihendaten im Hintergrund. Dies geschieht nahezu in Echtzeit und unabhängig davon, ob nur eine oder hunderte von BHKW-Anlagen an die Plattform angeschlossen sind. Neue Anlagen können innerhalb weniger Minuten in das System eingebunden werden.

Digitaler Gesundheitscheck für BHKW

Doch woran erkennt mondas, wie es einer Anlage geht? Ähnlich wie ein Arzt, der aus Blutwerten und Blutdruck das Infarktrisiko bestimmt, analysiert die Plattform über KI-Algorithmen die Anlagendaten und erkennt einen sich anbahnenden Störfall. „Wenn beispielsweise die Anzahl der BHKW-Starts pro Tag einen gewissen Wert überschreitet, die Anlage also taktet, kann die Energieeffizienz eines BHKW um bis zu 25 % sinken“, weiß Christian Neumann aus eigener Planungserfahrung. Zusammen mit Christian Reetz leitet er das junge Unternehmen. Wichtig sei es in jedem Fall, Fehler früh zu erkennen und zu beseitigen, weil ansonsten teure Anlagenausfällen drohten. Herkömmliche Fernüberwachungssysteme seien mit solchen Aufgaben überfordert, denn sie erlaubten meist nur einen punktuellen und situativen Blick auf eine Anlage.

Über die Analyse hinaus generiert die Plattform auch konkrete Handlungsanweisungen. Dies sei insbesondere bei älteren Anlagen von Vorteil, die sich dem Ende ihrer technischen Nutzungszeit nähern. „Dann steigt der Wartungs- und Instandhaltungsaufwand in der Regel überproportional“, erklärt Neumann. Eine vorausschauende Wartung mache sich dann besonders bezahlt.

Weil die Plattform automatisch Service- und Wartungsaufträge generiert, erwartet Enerquinn-Chef Stefan Oexle eine deutliche Kostenentlastung bei Wartung und Instandhaltung. Darüber hinaus biete die Technologie mehr Service für seine Kunden, beispielsweise bei der Abrechnung. Das mondas-System kann auch andere versorgungstechnische Anlagen, wie Kälte- und Klimatisierungsanlagen, Lüftungsgeräte oder Druckluftkompressoren überwachen.

Weitere Informationen: mondas

Mondas ist auf dem Start-up Gemeinschaftsstand von The smarter E 2019 vertreten. Besuchen Sie das Unternehmen am Stand C4.570D!
Besuchen Sie auch Enerquinn auf der EM-Power 2019, Gemeinschaftsstand Kraft-Wärme-Kopplung, Stand C4.460C!

Sind Sie auch ein Start-up und haben Interesse am Gemeinschaftsstand? Weitere Informationen zur Teilnahme finden Sie hier.
Sind Sie Anbieter von KWK-Anlagen und haben Interesse am Gemeinschaftsstand? Weitere Informationen zur Teilnahme finden Sie hier.