EM-Power Europe: Energie muss nicht teuer sein - Start-ups leisten Pionierarbeit beim Kostensparen

Pressemeldung – Donnerstag, 18. Juni 2026

Die Verteuerung fossiler Energieträger belastet Unternehmen und private Haushalte gleichermaßen. Gleichzeitig eröffnet die Energiewende neue Möglichkeiten, Kosten zu senken. Um dieses Potenzial voll auszuschöpfen, sind innovative und individuelle Lösungen gefragt. Mit smarter Energieplanung, KI-gestütztem Lastmanagement und neuen Geschäftsmodellen helfen Start-ups Unternehmen und Endverbrauchern, ihre Stromkosten zu reduzieren und Flexibilität wirtschaftlich zu vermarkten. Wie vielfältig ihre Ideen sind, zeigt die EM-Power Europe, die internationale Fachmesse für Energiemanagement und vernetzte Energielösungen, vom 23. bis 25. Juni in der Messe München. In der Start-up Area in Halle C4 stellen rund 170 junge Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen für eine effiziente und wirtschaftliche erneuerbare Energieversorgung vor. Die EM-Power Europe ist Teil der The smarter E Europe, Europas größter Messeallianz für die Energiewirtschaft. An den drei Messetagen präsentieren sich rund 2.800 Aussteller, die Veranstalter erwarten über 100.000 Besucher.

Auf der EM-Power Europe 2026 präsentieren rund 170 Start-ups ihr Innovationen. © Solar Promotion GmbH 

Strom lässt sich durch Wind und Sonne deutlich günstiger erzeugen als durch Gas und Kohle. Doch die Produktion ist volatil und hängt vom Wetter, der Tages- und Jahreszeit ab. Vor allem in den Sommermonaten schwanken die Preise an der Strombörse im Tagesverlauf erheblich. Für Verbraucher heißt das: Wer seinen Energiebedarf in Abhängigkeit von Strompreisen und Netzentgelten flexibel steuert, senkt Kosten und erschließt neue Erlösquellen. Dieses Potenzial machen Start-ups mit ihren innovativen Lösungen nutzbar. Wie vielfältig ihre Ansätze sind, zeigen exemplarisch fünf Jungunternehmen, die sich auf der EM-Power Europe präsentieren.

Voraussetzung, um Energie flexibel nutzen zu können, ist eine fundierte Planungsgrundlage. Hier setzt das Wuppertaler Start-up Volterica GmbH an. Es hat ein cloudbasiertes Planungs- und Simulationstool entwickelt, das als „Was-wäre-wenn-Maschine“ dient, um mehr Sicherheit bei der Planung zu bekommen und Fehlinvestitionen zu verhindern. Mit dem Tool können verschiedene Szenarien durchgespielt, Investitionen in Energieprojekte schnell und fundiert bewertet, komplexe Industrieanlagen vollständig modelliert, der Eigenverbrauch optimiert und Lastspitzen gekappt werden. „Wir bieten eine All-in-one-Software für die Energieplanung an“, sagt Volterica-Gründer und Geschäftsführer Jan-Eric Wörheide. Die Software eignet sich besonders für Unternehmen mit 50 bis 500 Beschäftigten sowie für Planer und Entwickler. Auch Komponentenhersteller können sie nutzen, um Wärme- und Kälteanlagen im System ihrer Kunden zu simulieren.

Kosten sparen durch Lastmanagement

Das Münchener Start-up Cleverwatt GmbH entwickelte eine Plattform für Industrie und Gewerbe, die alle wichtigen Hebel vereint, um Energiekosten zu senken – von der Flexibilisierung der Wärme- und Kälteprozesse, Ladeinfrastruktur, der eigenen Stromerzeugung bis hin zu Speichern. Mittelständische Unternehmen aus den Bereichen Lebensmittelverarbeitung, Metallveredelung und Logistik, deren Stromverbrauch über 500 Megawattstunden im Jahr liegt, können den laufenden Betrieb und ihre Anlagen mit der Plattform steuern. „Wir bieten ganzheitliche Potenzialanalysen, optimieren die Beschaffungsstrategie und implementieren ein KI-basiertes Lastmanagement“, erklärt Alexander Heisele, einer der Firmengründer. So können Lastspitzen gekappt, der Verbrauch aus der eigenen Photovoltaikanlage maximiert, Netzentgelte gesenkt und Flexibilitäten an den Energiemärkten vermarktet werden. 15 bis 30 Prozent Einsparungen bei den Energiekosten sind so möglich.

In der Industrie ist die Erzeugung von Prozesswärme ein großer Kostenfaktor. Um die Kosten zu senken, ist das Ziel der Celsio GmbH, Wärme möglichst dann zu erzeugen, wenn der Strom günstig ist. Das junge Münchener Start-up setzt auf einen KI-basierten Algorithmus. Damit lassen sich Preisschwankungen am Strommarkt gezielt nutzen, um Kosten in wärmeintensiven Industrien zu senken, etwa in den Branchen Chemie, Papier und Lebensmittelherstellung. Celsio versteht sich als Stromanbieter für nachhaltige und wirtschaftliche Prozesswärme. Durch einen Hybridbetrieb, also die Kombination aus bestehenden Wärmeanlagen und elektrischer Wärmeerzeugung, oder den Einsatz eines thermischen Speichers kann Wärme zeitlich flexibel erzeugt werden. „Wir entwickeln die Software, nutzen Hardware von Partnern und können so unseren Kunden ein gesamtheitliches Paket bieten“, sagt Mitbegründer Tim Engelmann.

KI-gesteuertes Energiemanagementsystem

Standorte mit hoher elektrischer Last stehen im Mittelpunkt des niederländischen Start-ups Zympler. Das junge Unternehmen bietet ein KI-gesteuertes Energiemanagementsystem (EMS) an, das Energieflüsse in Echtzeit proaktiv überwacht und steuert. „Das System unterstützt Betreiber, innerhalb ihrer Netzgrenzen zu bleiben, Energiekosten zu senken und flexible Assets intelligent zu steuern“, sagt Tom Selten, Mitbegründer von Zympler. Die Plattform ist kein reines Monitoring-Tool, sondern fungiert quasi als „Digital Chief Energy Officer“. Es ermöglicht Unternehmen, die volle Kontrolle über ihre Energieanlagen zu bekommen, wie PV-Wechselrichter, Speicher und Ladepunkte. Zympler arbeitet hardwareunabhängig – ein entscheidender Vorteil in der Praxis, in der oft Systeme unterschiedlicher Anbieter kombiniert werden.

Flexibilität im Mehrfamilienhaus nutzen

Nicht nur Industrie und Gewerbe profitieren davon, Strom flexibler zu nutzen. Auch im Gebäudebereich entstehen neue Geschäftsmodelle. Das Schweizer Start-up Zevvy hat eine intelligente Online-Plattform entwickelt, die sich an Dienstleister, Immobilienunternehmen, Energieversorger und Solarfachbetriebe wendet – insbesondere in der Schweiz und Deutschland. Die Plattform unterstützt bei der Abrechnung von Heizkosten, Solarstrom, E-Mobilität oder Wasser. Mieterstrom lässt sich ebenfalls integrieren. „Da wir keine eigene Hardware haben, sondern unabhängig sind, können jegliche Systeme verknüpft und unsere Plattform somit nahtlos in bestehende Systeme und Prozesse integriert werden“, sagt Andreas Rüegger, Leiter Geschäftsentwicklung von Zevvy. Durch Automatisierung und eine intelligente Abrechnungslogik lässt sich der administrative Aufwand um bis zu 40 Prozent verringern.

Start-ups bekommen auf der The smarter E Europe eine Bühne

Wie groß die Innovationsbreite der Start-ups ist, zeigt auch das Vortragsprogramm auf der Start-up-Stage in Halle C4. Aufgeteilt in Themenblöcke stellen junge Unternehmen hier an allen drei Messetagen ihre Lösungen vor. Am ersten Messetag, dem 23. Juni, stehen etwa Start-ups auf der Bühne, die durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, digitalen Zwillingen und fortschrittlichen Prognosen die Energiekosten in Industrie und Gewerbe senken. Weitere Themenschwerpunkte sind unter anderem „Netzanschluss, Infrastruktur und Compliance“ oder „Prosumer, Flexibilität und Energiegemeinschaften“.

Sie verwenden einen veralteten Browser

Die Website kann in diesem Browser nicht angezeigt werden. Bitte öffnen Sie die Website in einem aktuellen Browser wie Edge, Chrome, Firefox oder Safari.