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Drei bekommen den Preis, alle gewinnen

 

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Die Finalisten des The smarter E AWARD, der am 30. Juni verliehen wird, stehen fest. Wir stellen Ihnen die eingereichten Projekte und Produkte vor, die zum Themenspektrum der EM-Power passen – vom solaren Plusenergiehaus in Norwegen bis zur netzkonformen Betriebsführung und Überwachung von Solar- und Hybridkraftwerken. Auch wenn nur drei Unternehmen je Kategorie die begehrte Trophäe bekommen, Gewinner im Sinne der Energiewende sind alle!

 

Finalisten der Kategorie „Outstanding Projects“

Wer im norwegischen Trondheim um Weihnachten herum etwas vom Tag haben will, muss sich beeilen. Denn wenn die Sonne gegen 10 Uhr aufgeht, wird es nach 4,5 Stunden schon wieder dunkel. Die Mitternachtssonne im Juni entschädigt dafür, doch insgesamt sorgen Wolken und die Lage der Stadt hoch im Norden dafür, dass im Jahresmittel nicht mehr als drei, vier Sonnenstunden pro Tag zusammenkommen. Schlechte Bedingungen für Sonnenenergie könnte man meinen, nicht aber für die Macher des Powerhouse Brattørkaia, das nördlichste seiner Art. Mit Hilfe der Sonne produziert es mehr Strom, als es selbst verbraucht und liefert den Überschuss mithilfe eines Microgrids an benachbarte Gebäude, Elektrobusse, Autos und das Fährsystem des nahen Hafens. Das Haus ist ein Musterbeispiel für gebäudeintegrierte PV und ein architektonisches Highlight, das eigens für einen optimierten Solarertrag konzipiert wurde. Die US-amerikanische SunPower Corporation hat für das Gebäude hocheffiziente, nachhaltig produzierte Solarmodule geliefert.

Obwohl es im Gegensatz zu Norwegen in Australien an Sonnenschein keineswegs mangelt, decken oftmals noch Dieselgeneratoren den regional sehr hohen Strombedarf abgelegener Gemeinden. Das ist nicht nur klimaschädlich, sondern auch teuer. Die SENEC GmbH aus Deutschland zeigt mit dem Onslow Renewable Energy Project, einem sehr großen Microgrid in Australien, dass das günstiger und nachhaltiger geht. Eine installierte 1 MWp PV-Anlage, ein Gaskraftwerk und ein 1-MWh-Batteriespeichersystem sollen sich in weniger als drei Jahren amortisieren. Die neue Strominfrastruktur ermöglicht Anbietern eine hohe nachhaltige Rendite und Abnehmern günstige grüne Energie zu stabilen Kosten. Das Projekt kann als Blaupause für eine nachhaltige Stromversorgung abgelegener Regionen überall auf der Welt dienen, sagt Dr. Stefan Dietrich, PR-Manager bei SENEC: „Microgrids auf der Basis von Sonnenenergie können auf nachhaltige Weise für Wohlstand und Wachstum sorgen, ohne die Fehler der industrialisierten Welt zu wiederholen, die zu Klimawandel und anderen Problemen geführt haben.“

Um die Energieversorgung außerhalb des öffentlichen Stromnetzes geht es auch bei dem Projekt, mit dem sich die SMA Solar Technology AG für den The smarter E AWARD beworben hat. In Bordesholm in Schleswig-Holstein dient ein 10-MW-Speichersystem mit einer Kapazität von 15 MWh vornehmlich dazu, eine primäre Betriebsreserve und Strom für die Direktvermarktung zu liefern. Zudem soll es die komplette Stromversorgung bei einem Netzausfall sichern. Im Zuge der Inbetriebnahme wurden die Verbraucher probeweise komplett vom öffentlichen Netz abgehängt und anschließend mit rein regenerativem Strom versorgt – der Übergang war stufenlos und unauffällig. Das System sorgt für hohe Versorgungssicherheit, ist schwarzstartfähig und kann somit schnell wieder in Betrieb genommen werden. Mit dem Speicher will SMA zeigen, dass eine 100%ige Stromversorgung mit Erneuerbaren möglich ist. „Die Technologie dafür steht bereit, sie kann das Netz unterstützen und die Netzstabilität erhöhen“, betont Mohamed Mostafa, Business Development Manager bei SMA.

Finalisten der Kategorie „Smart Renewable Energy“

Unter den Finalisten der The smarter E AWARD Kategorie „Smart Renewable Energy“ sind noch mehr Unternehmen mit ihren innovativen Produkten vertreten, die sich zum Themenspektrum der EM-Power zählen lassen. Für ein breites, regionales Fundament der Energiewende setzt die Stadtwerke München GmbH auf ihre M-Solar Sonnenbausteine. Das Crowdfunding-Modell erlaubt Bürgern eine kleinteilige Beteiligung an PV-Anlagen und sorgt in Echtzeit für Transparenz bei den Erträgen. Mit den Sonnenbausteinen partizipieren Mieter und Wohnungseigentümer ohne eigenes Dach an der Energiewende. Ziel ist es, durch Investitionen bislang ungenutzte Flächen zu erschließen.

An Haus- und Wohnungsbesitzer wendet sich die Shenzhen Growatt New Energy Technology aus China. Mit den GroHome-Produkten ergänzt der Wechselrichterhersteller sein Portfolio um zahlreiche Smarthome-Komponenten, wie etwa intelligente Regler für die Klimaanlage, die Heizung oder die Warmwasserbereitung in Verbindung mit einer Solaranlage. Über eine App werden die Dienste so konfiguriert, dass der lokale Verbrauch des erzeugten Solarstroms optimiert wird. Das GroHome System ist modular erweiterbar.

Eine wichtige Frage der Energiewende ist es, wie sich dezentrale Anlagen sicher und im Sinne einer Netzentlastung betreiben und steuern lassen. Mit entsprechenden Lösungen sind mehrere Unternehmen unter den Finalisten. Die österreichische Bachmann electronic GmbH stellt mit dem Smart Power Plant Controller (SPPC) einen auf Hard- und Software basierten Komplettansatz für Erzeugungsparks vor. Durch die Zertifizierung des Komplettsystems erhalten die Nutzer Rechtssicherheit für den Betrieb eines damit verwalteten Parks. Unterstützt wird diese Lösung durch eine standardisierte Datenschnittstelle und ein ausgeklügeltes Berechtigungskonzept. Ausgelegt ist der SPPC für hybride Erzeugungsanlagen ab 135 kW, die besonderen Auflagen der Regulierung folgen müssen.

Ebenfalls aus Österreich kommt die Greentec Development GmbH. Sie hat ihre Software-Lösung raicoon gemeinsam mit Forschungseinrichtungen entwickelt und bezeichnet sie als das weltweit erste autonome Betriebszentrum für Erneuerbare Energien. Die Lösung setzt beim dezentralen und autonomen Betrieb von Erzeugungsanlagen auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Im Vergleich zu reinen Überwachungswerkzeugen fokussiert raicoon nicht die Visualisierung und Überwachung, sondern entscheidet auf Basis von Daten und Ereignissen (teil-)automatisiert über die Betriebsführung. „Und zwar genauer und schneller als es bisher möglich war“, unterstreicht CEO Ralf Tschanun.

Die SMA Solar Technology AG ist beim The smarter E AWARD gleich in beiden Kategorien unter den Finalisten. Ihr SMA Power Plant Manager bietet eine kompakte und kosteneffiziente Lösung zur netzkonformen Betriebsführung und Überwachung von Solar- und Hybridkraftwerken. Er dient als zentrale Steuerungs- und Datenschnittstelle zur Anbindung von Batteriespeichern und Dieselgeneratoren an den Solarpark oder das Stromnetz. Dabei ermöglicht er umfangreiche Netzdienstleistungen wie Spannungs- und Frequenzregelung, die Bereitstellung von Primärregelleistung sowie einen Schwarzstart und die Resynchronisierung mit dem Netz nach einem Ausfall des Verbundnetzes.

Um virtuelle Kraftwerke geht es bei der Next Kraftwerke GmbH aus Deutschland. Sie betreibt eines der größten virtuellen Kraftwerke (VPP) in Europa, in dem Stromproduzenten wie Biogas-, Wind- und Solaranlagen, gewerbliche und industrielle Stromverbraucher sowie Stromspeicher miteinander vernetzt sind. Mit ihrer Software-as-a-Service-Lösung (SaaS) NEMOCS ermöglicht es das Unternehmen auch Dritten, ein eigenes, virtuelles Kraftwerk zu betreiben. NEMOCS kann Tausende von dezentralen Einheiten vernetzen, um deren Betrieb zu optimieren. Daten werden in Echtzeit verarbeitet, was beispielsweise die Erzeugungsprognose verbessert. Darüber hinaus gibt NEMOCS bei Bedarf Betriebsbefehle an eine Vielzahl vernetzter Einheiten aus, um auf Preis- oder Netzsignale zu reagieren. Bei der Entwicklung kam dem Unternehmen seine über 10-jährige Praxis als VPP-Betreiber zugute. „In NEMOCS haben wir viele Ideen und Funktionen integriert, die unsere IT-Experten im Laufe der Jahre aus der eigenen Erfahrung heraus entwickelt haben“, sagt Jochen Schwill, CEO und Gründer von Next Kraftwerke.

Virtuelle Verleihung und Webinare mit den Gewinnern

Die AWARD-Gewinner 2020 werden am 30. Juni ab 15 Uhr in einer virtuellen Zeremonie bekannt gegeben und gewürdigt. Sie können per Live Stream dabei sein!

Noch mehr Informationen von und mit den AWARD-Gewinnern gibt es in einer speziellen Webinar-Serie. Den Anfang machen am 7. Juli die Preisträger des The smarter E AWARD in der Kategorie „Outstanding Projects“. Hier erfahren Sie, wie die prämierten Projekte umgesetzt wurden und bekommen Tipps für Ihr Unternehmen. Am 21. Juli folgt dann die Kategorie "Smart Renewable Energy". Weitere Webinare widmen sich den Gewinnern des Intersolar und ees AWARD. Alle Webinare sind in englischer Sprache. (SP)

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