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Gemeinde testet Niedertemperaturnetz

Übergabestation Nahwärmenetz

Häusliche Übergabestationen bringen die Wärme aus dem Niedertemperaturnetz in die 16 Neubauten, wie sich Bürgermeisterin Constanze Best-Jensen von Björn Oechsle (Bauausführung) zeigen lässt.

In der Gemeinde Schafflund östlich von Flensburg wurde das erste Niedertemperaturnetz zur Wärmeversorgung in Schleswig-Holstein in Betrieb genommen. Anstatt der sonst üblichen 85° C komme das sogenannte Low-Ex-Wärmenetz mit einer Vorlauftemperatur von nur 65° C aus, heißt es. Mit Abwärme einer Biogasanlage werden bislang 16 von insgesamt 25 geplanten Häusern im Neubaugebiet Dammacker II versorgt. Betreiberin des Wärmenetzes ist die Schafflunder Wärme GmbH & Co. KG, die schon seit Jahren Haushalte in einigen Straßenzügen mit Heizenergie aus der Biogasanlage versorgt. Das wirtschaftliche Risiko trage der Betreiber. Jörn Lorenzen von der Schafflunder Wärme erklärte dazu: „Durch die niedrigere Vorlauftemperatur ist der Wärmeverlust in den Transportleitungen geringer. Wir bieten unseren Kunden den gleichen Preis wie im übrigen Netz üblich, garantiert für zehn Jahre.“

Für das ebenfalls in der Versorgung enthaltene Trinkwarmwasser und die Wärmeverteilung in den Neubauten wurde eine Übergabestation mit zentralem Wärmetauscher gebaut, in der das Warmwasser aus dem Bestandsnetz von 85 auf 65°C heruntergeregelt wird. Dafür mussten gesondert 110.000 € aufgewendet werden, die Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) förderte das Projekt mit 65.000 €. Es soll zeigen, dass kleine Niedertemperaturnetze auf Basis regenerativer Energien auch in Deutschland technisch und wirtschaftlich machbar sind. Weitere Häuser sollen folgen, einen Anschlusszwang gebe es aber nicht, sagte Bürgermeisterin Constanze Best-Jensen. Fossile Brennstoffe dürften die Bewohner allerdings nicht nutzen. Das Niedertemperatur-Netz soll etwa 90 % an Treibhausgasen gegenüber einem Einsatz von Erdwärmepumpen einsparen.

Weitere Informationen: www.schafflund.de