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Indoor-Wärmepumpe mit Kältemittel Propan entwickelt

Wärmepumpe mit Propan als Kältemittel

Die am Fraunhofer ISE entwickelte leistungsfähige Wärmepumpe arbeitet mit dem klimafreundlichen Kältemittel Propan. Wegen der geringen Menge könnte sie auch innerhalb des Hauses aufgestellt werden. (Copyright: Fraunhofer ISE)

Wärmepumpen nutzen bislang noch überwiegend Kältemittel mit umweltschädlichen Treibhausgasen. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat nun eine Wärmepumpe mit der klimafreundlicheren Alternative Propan entwickelt. Dessen Treibhauspotenzial sei rund 500-mal niedriger als das herkömmlicher Kältemittel. Der Prototyp der neuen Sole/Wasser-Wärmepumpe benötige zudem bei gleicher Leistung nur ein Viertel der Kältemittelmenge im Vergleich zu marktverfügbaren Systemen, teilt das ISE mit. Eine auf dieser Entwicklung aufbauende Propan-Wärmepumpe wäre laut ISE die erste dieser Art in Deutschland, die ohne zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen in Innenräumen von Wohngebäuden aufgestellt werden darf. Nun wollen die Forscher und Forscherinnen die Technologie weiter verbessern und Industriepartner für eine breite Umsetzung am deutschen und europäischen Markt gewinnen.

Neuentwicklung des Fraunhofer ISE könnte den Markt erschließen

Für die Wärmepumpenbranche sind neue Kältemittel besonders wichtig: Ab dem 1. Januar 2020 gelten in der Europäischen Union erste Verwendungsverbote. Propan sei zwar klimafreundlich, weltweit kostengünstig verfügbar und bewirke hohe Leistungszahlen, erklärt das ISE. Jedoch seien die Sicherheitsauflagen für die Nutzung in Wärmepumpen aufgrund seiner Brennbarkeit hoch. Übersteigt eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus die vorgeschriebene Höchstmenge von 150 g Kältemittel, kann sie nur mit hohen, kostenaufwändigen Sicherheitsanforderungen installiert werden. Aus diesem Grund seien Wärmepumpen mit Propan zur Aufstellung im Innenbereich derzeit fast nicht am Markt vertreten.

Die Neuentwicklung des Fraunhofer ISE mit dem Arbeitsname LC150 könnte dies ändern: Sie erreicht mit 150 g Propan bereits rund 8 kW Heizleistung und wäre so auch ohne zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen für eine Aufstellung im Inneren von Häusern einsetzbar. Ein wesentlicher Baustein des Konzepts ist die Nutzung asymmetrischer Plattenwärmeübertrager sowie eine reduzierte Ölmenge im Kompressor.

Weitere Informationen: Fraunhofer ISE

 

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